Gerne aus dem Ausland, gerne mit Geschichte – mit Vergangenheit darf er sein, der neue Hund.
Kumpel, Begleiter, Beschützer, Seelentröster.

Es wird emotionsgeladen der Schutzvertrag unterschrieben – alles scheint möglich, alles machbar.

Die Traumata der Vergangenheit – alles kein Problem.

Hingebungsvoll wird der Hund  eingegliedert in sein neues Rudel –
Kissen, Körbchen, Schmusedecke.

Trainer werden engagiert – alles für den Hund.

Er soll es ja jetzt gut haben!

Aber schnell wird deutlich, dass das nicht reicht.
Dass das Trauma der Vergangenheit doch zu tief sitzt – das es mehr Zeit braucht …

Aber Zeit ist in unserer Gesellschaft ein Fremdwort und Geduld Mangelware.

Einfühlungsvermögen veraltet und Respekt gegenüber einem anderen Lebewesen fast verlernt.

Wir hatten es ja gut gemeint.
Wir haben es ja versucht.

Aber nun ist auch genug – es klappt einfach nicht mit diesem Hund.

Und überhaupt, so hatte man sich das doch nicht vorgestellt mit diesem geretteten Hund.

Ein bisschen mehr Dankbarkeit hätte er ja zeigen können und ein paar mehr Lernfortschritte.

Zeit, Geduld und Emotion sind jetzt aufgebraucht und man kehrt zur Tagesordnung zurück.

Das Abenteuer Hund ist abgeschlossen, ausgelebt.

Der Hund muss sich erneut in ein fremdbestimmtes Schicksal ergeben und wird aufgrund seiner immer stärker werdenden Problematik noch durch viele Hände gehen …

Er wird noch mehrmals sein Zuhause verlieren, herumgereicht, weggeworfen.

Warum Menschen das tun?
Ich weiß es nicht.

Gedankenlosigkeit?
Fehlendes Einfühlungsvermögen?
Kein Respekt gegenüber anderen Lebewesen?
Was es für den Hund bedeutet?
Noch mehr Angst, noch mehr Unsicherheit, noch mehr Trauma!

Bitte überlegen Sie es sich mehrmals, bevor Sie einem anderen Lebewesen ein Zuhause schenken!
Es sollte sein endgültiges sein.

Danke.

Nicole Grützbach